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Wissenswertes zu erworbenen Herzerkrankungen
Erworbene Herzerkrankungen
entwickeln sich erst nach der Geburt
im Laufe des Lebens. Die Anforderungen an akute Untersuchungen
und eine zuverlässige Befunderhebung sind häufig hoch.
Oft sind medikamentöse Behandlungen notwendig. Hier finden
Sie Informationen zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen,
Myokarditis und Rheumatisches Fieber.
Wir unterstützen die Aufklärung der betroffenen Patienten
und ihrer Familien. Deshalb bemühen wir uns, allgemeinverständlich
auch komplexe Sachverhalte darzustellen und Sie über Aktuelles
zu unterrichten.
Für Hinweise und Korrekturvorschläge sind
wir dankbar.
Myokarditis
Unter Myokarditis versteht man eine Entzündung
des Herzmuskels. Man unterscheidet die akute und die chronische
Verlaufsform. Nach der Ursache wird eine infektiöse und nicht-infektiöse
Form unterschieden. Die Entzündung führt zu einer Beeinträchtigung
in der Funktion des Herzmuskels und mithin zu klinischen Beschwerden.
Sie kommt bei Kindern selten vor und kann tödlich verlaufen.
Klinisch macht sich eine akute Myokarditis neben Entzündungszeichen
meist über eine Herzschwäche bemerkbar: beeinträchtigter
Allgemeinzustand, erhöhter Puls, Atemnot, Blässe bzw.
Zyanose, Brustschmerzen, ggf. Vergrößerung von Leber
und Milz. Außerdem kommen Herzrhythmusstörungen vor.
Im chronischen Stadium sind die Symptome uncharakteristisch - Abgeschlagenheit,
Leistungsminderung, Appetitstörung und Gewichtsabnahme.
Weitere
Informationen (Link)
Rheumatisches Fieber
Das Rheumatische Fieber ist eine nicht-eitrige Komplikation einer
Rachen-Infektion mit einem bestimmten Bakterientyp (ß-hämolysierende
Streptokokken der serologischen Gruppe A). Unbehandelt mit einem
wirksamen Antibiotikum kann es in 0,1 bis 3% der Fälle zum
Rheumatischen Fieber kommen. Früher war diese Erkrankung
bei uns häufig, sie ist heute mit der modernen Behandlung
selten geworden. Das macht es aber umso wahrscheinlicher, dass
sie übersehen wird.
Die Diagnose ist manchmal schwierig und sollte von einem Arzt
mit Sorgfalt geklärt werden. Typisch für das Rheumatische
Fieber sind Entzündungen mehrerer, im Laufe der Erkrankung
wechselnder Gelenke (akute wechselnde Polyarthritis). Unter der
Haut bilden sich häufig „Rheumaknötchen" (Erythema
nodosum) und es findet sich auch eine Entzündungen des Herzens
(Carditis). Gelegentlich treten rötliche ringförmige Flecken
am Körper (Erythema anulare) auf. Selten kommt es zu einer
Beteiligung des Nervensystems und zu Bewegungsstörungen (Chorea
minor Sydenham). Nebenkriterien für die Diagnose des Rheumatischen
Fiebers sind hohes Fieber von 39-40 °C, Gelenkschmerzen, EKG-Veränderungen
(verlängerte PQ-Strecke) und Herzgeräusche. Bei der Laboruntersuchung
zeigen sich Entzündungszeichen wie eine beschleunigte Blutsenkung,
eine Erhöhung des CRP-Wertes, und ein erhöhter Antistreptolysin-O,
der auf eine vorausgegangene Infektion mit Streptokokken hinweist.
Lassen sich in einer Blutkultur ß-hämolysierende Streptokokken
der Gruppe A nachweisen, gilt dies als wichtiges Zusatzkriterium.
Die Diagnose „Rheumatisches Fieber" gilt als sicher,
wenn zwei der Hauptkriterien oder ein Hauptkriterium und zwei der
Nebenkriterien erfüllt sind.
Therapie
Nachdem die Diagnose gestellt wurde, wird die Infektion mit einem
Antibiotikum über einige Wochen behandelt. Die Entzündung
wird behandelt mit Medikamenten aus der Gruppe der nicht-steroidalen
Antiphlogistika (=Entzündungshemmer), wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure,
Ibuprofen, Indometacin u.a. Manchmal ist auch der Einsatz von
Cortison notwendig.
Vorbeugung
Das Risiko eines Rückfalls ist nach einem
durchgemachten Rheumatischen Fieber erhöht (ca. 20%!). Deshalb
wird eine Dauerprophylaxe mit einem Penicillin über mehrere
Jahre empfohlen.
Weitere Informationen folgen zu:
Bluthochdruck
Herzrhythmusstörungen
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